Fressorgie als lukrativer Nebenjob in Südkorea

20.10.2015 15:35 | Von: Pressetext

Bis zu 3'500 Euro Wochengehalt für öffentliche Völlerei schlanker Frauen.


Essen so viel es geht. - ewhity (CC0 Public Domain)

Live per Webcam übertragene Fressorgien schmächtiger Frauen erreichen in Korea Rekord-Klicks im Internet. Über 5'000 sogenannte "Binge-Eaters" stehen beim Streaming-Service Afreeca TV bereits unter Vertrag und stellen ihre fragwürdigen Fähigkeiten in Bezug auf das Verschlingen extremer Portionen zur Schau.

"Ich bin Mutter einer 14-jährigen Tochter und habe dadurch die letzte Staffel von Germanys Next Top Model verfolgt. Dabei ist mir aufgefallen, dass die überschlanken Models sehr gerne beim Kochen oder Essen gefilmt werden. Es scheint also, als wolle man vermitteln, dass man auch schlank sein kann, wenn man sich vollschlingt. Man weiss zudem auch, dass sich Magersüchtige auch sehr gerne mit der Zubereitung von Essen beschäftigen", unterstreicht Psychologin Alexandra Hartmann gegenüber "pressetext".

Drei Pizzen und viel Reis

Unzählige schlanke Frauen, meistens zwischen 20 und 30 Jahren, verdienen in Südkorea ihr Geld damit, am Abend vor der laufenden Webcam zu speisen. Die Portionen, die sie dabei im wahrsten Sinne des Wortes verschlingen, gleichen üppigen Abendessen aus Mehrpersonenhaushalten. "Wenn Zuschauer uns essen sehen, fühlen sie sich wohl. Essen ist so etwas wie eine Flucht aus dem realen Leben. Es heilt uns sozusagen", erklärt "BJ Fitness Fairy", die regelmässig vor der Kamera bis zu drei grosse Pizzen vertilgt.

Tausende Koreaner und weltweite Zuschauer ergötzen sich am Anblick der essenden Frauen, die mit ihren Shows je nach Beliebtheitsgrad sogar bis zu 4'000 Dollar (3'526 Euro) in der Woche verdienen. Um auch weiterhin schlank zu bleiben, sind diese Fressorgien nur mit einem strengen Diät-Plan am Rest des Tages und mehrstündigen Sporteinheiten möglich.

Katastrophales Vorbild

Mediziner schlagen in Anbetracht der Verlockung, sein Geld mit dem öffentlichen Hineinstopfen von Essen zu verdienen, bereits Alarm. Auch wenn die meisten "Show-Stars" dieses Medien-Trends neben den Videos viel trainieren, wird der Körper durch die extreme Völlerei zusehends belastet. Vor allem Diabetes und Herzkrankheiten können durch diesen anormalen Lebensstil begünstigt werden.

Afreeca TV wehrt sich gegen die lauter werdende Kritik. Die Betreiber unterstreichen, dass die Shows nicht zum "Binge-Eating" ermutigen und warnen darüber hinaus jeden, seine eigene körperliche Gesundheit zu gefährden. Einige User äussern sogar, dass ihnen das Ansehen der dargebotenen Videos sogar dabei hilft, ihre Diät einzuhalten, weil es sie zufriedenstellt, die sehr schlanken Frauen beim Verspeisen derart grosser Mengen zu beobachten. 

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