Kriminelle umgehen Anti-Skimming-Technologien

16.02.2016 16:08 | Von: Pressetext

Kriminelle nutzen Netzwerkbuchsen vor allem bei freistehenden Geräten.


Immer mehr Geldautomaten von extern angezapft. - TBIT (CC0 Public Domain)

Der US-amerikanische Geldautomatenhersteller NCR warnt vor externen Skimming-Geräten an den Netzwerkschnittstellen der Geräte. Aktuellen Berichten nach sollen insbesondere Anlagen von NCR und Diebold mit externen Geräten angegriffen worden seien, die den Datenverkehr der Automaten mitschneiden. Die Kriminellen wollen auf diese Weise an vertrauliche Kundendaten gelangen, berichtet der Sicherheitsforscher Brian Krebs.


Quelle: krebsonsecurity.com

Anti-Skimming-Technik umgangen

Dem renommierten Sicherheitsexperten nach sind insbesondere freistehende Geldautomaten von dem immer öfter auftretenden Problem betroffen - in den Foyers vieler Banken hingegen sind die Netzwerkkabel der Geräte meist besser versteckt und weniger gut zugänglich, ohne ertappt zu werden. NCR hat viele seiner Kunden bereits darüber informiert, dass die Kriminellen so die Anti-Skimming-Technologien umgehen wollen.

Von der neuen Methode einmal abgesehen, werden gefälschte Keypads oder Kameras aber weiterhin genutzt, um die PIN-Eingabe der Kunden zu überwachen. Die auf diese Weise abgefangene PIN wird dann meist kabellos an das netzwerkfähige Skimming-Gerät übertragen. Das aktuelle Problem ist jedoch ein Stück weit selbstgemacht: Denn die Überwachung des Netzwerkverkehrs der Geräte hat nur deshalb Erfolg, da der für die Sicherheitsstandards von Banken verantwortliche Payment Card Industry Security Standard Council auch weiter wenig sichere Protokolle wie SSL zulässt.

Problem teilweise selbstverschuldet

Auch wenn die Umstellung auf TLS, mindestens in der Version 1.1, Mitte 2016 abgeschlossen sein soll, mehren sich die Bedenken über die Einhaltung dieses Fahrplans. Denn im Dezember 2015 hat der Verband die Frist zur Umstellung bis Juni 2018 verlängert. Die Banken seien derzeit mit der Einführung von EMV in den USA und der Migration von SHA-1 auf sicherere Verfahren stark beschäftigt, hiess es damals als Begründung.

"Einige Zahlungsdienstleister bedienen mehrere Tausend internationale Kunden, von denen alle unterschiedliche SSL- und TLS-Konfigurationen nutzen", argumentiert Troy Leach, Chief Security Officer der Organisation. 

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