PwC-Studie: Höhere Vergütung und mehr Aktien

20.10.2015 12:55 | Von: PwC

Die Vergütung der Verwaltungsräte und Topmanager in den 100 grössten Schweizer Unternehmen ist im Umbruch: Die Unterschiede zwischen den Gehältern der Verwaltungsräte von kleinen und jenen von grossen Unternehmen nehmen ab. Die Manager erhalten mehr aktienbasierte Vergütung und haben einen stärkeren Vermögenshebel. Die CEO-Vergütungen stiegen bei kleineren und mittleren Unternehmen innerhalb der letzten acht Jahre. Dies sind Erkenntnisse der Studie "Executive Compensation & Corporate Governance: Insights 2015" von PwC Schweiz.


Medianvergütungen von Verwaltungsratspräsidenten und Verwaltungsräten bei SMI-Unternehmen im Verhältnis zu jenen bei SMIM-Unternehmen. - obs/PwC

Seit 2007 stieg die Vergütung von Verwaltungsratspräsidenten - sowohl bei SMI- als auch bei SMIM-Unternehmen - von etwas unter einer Mio. Franken auf 1,1 Mio. Franken (SMI, +12,4 Prozent) bzw. von 380'000 Franken auf 690'000 Franken (SMIM, +80 Prozent). Bei Small-Cap-Unternehmen beträgt die Medianvergütung von Verwaltungsratspräsidenten 310'000 Franken. Sie ist gegenüber 2007 leicht gesunken, seit 2008 aber stark gestiegen. Ein SMI-Verwaltungsrat verdiente 2014 310'000 Franken (+3,6 Prozent seit 2007), ein SMIM-Verwaltungsrat 210'000 Franken (+22,8 Prozent) und ein Small-Cap-Verwaltungsrat 120'000 Franken (+11,4 Prozent).

"Bemerkenswert ist vor allem die Annäherung der Vergütungsniveaus der drei Gruppen von Unternehmen", sagt Robert W. Kuipers, Partner People and Organisation Consulting von PwC Schweiz. Im Jahr 2009 verdiente ein SMI-Verwaltungsratspräsident 2,4 Mal so viel wie ein SMIM-Verwaltungsratspräsident. Im Jahr 2014 ist es nur mehr 1,6 Mal so viel (siehe Abbildung 1). "Besonders in mittleren und kleineren börsenkotierten Unternehmen werden in den letzten Jahren höhere Ansprüche an die Verwaltungsräte gestellt", ergänzt Robert W. Kuipers.

CEOs: höhere Vergütungsniveaus, stärkere Anreize

Die CEO-Vergütungen stiegen 2014 in SMI-Unternehmen um 11,8 Prozent, in SMIM-Unternehmen um 6,2 Prozent und in Small-Cap-Unternehmen um 11 Prozent. Insgesamt sank die Medianvergütung von SMI-CEOs allerdings in den letzten acht Jahren von 8,1 Mio. Franken auf 7,5 Mio. Franken (-7,9 Prozent). Bei SMIM- bzw. Small-Cap-Unternehmen hingegen liegt sie mit 3,4 Mio. Franken bzw. 1,4 Mio. Franken nun 19,4 Prozent bzw. 16,1 Prozent über dem Niveau von 2007.

Gleichzeitig setzen die Unternehmen mehr auf aktienbasierte Vergütung, was zu stärkeren Anreizen führt. In SMI-Unternehmen besteht das typische Vergütungspaket 2014 zu 50 Prozent aus Aktien, in SMIM-Unternehmen zu 35 Prozent (siehe Abbildung 2). Remo Schmid, Partner People and Organisation Consulting von PwC, kommentiert: "Das Niveau der Vergütung eines Managers kann nicht losgelöst von der Art der Vergütung betrachtet werden. Aktien schaffen Anreize, doch sie sind auch riskant für die Manager, und dieses Risiko muss kompensiert werden."

Der Vermögenshebel der CEOs ist ebenfalls stark angestiegen: 2008 hielt der Median-CEO in SMI- und SMIM-Unternehmen in seinem Vermögen Aktien seines eigenen Unternehmens in einem Wert, der etwa 1,6 Mal bzw. 1 Mal so gross war wie sein Basissalär. 2014 hält er solche in einem Wert, der 7 Mal bzw. 4 Mal so gross ist wie sein Basissalär.

Mögliche Auswirkungen der Vergütungsabstimmungen

In der Generalversammlungssaison 2015 haben die Aktionäre erstmals bindend über Vergütungsbeträge abgestimmt. Professor Alexander Wagner von der Universität Zürich und Co-Autor der Studie: "Unsere Analysen zeigen: Es gibt weniger Ausreisser in der Vergütung. Ob das aber auf die neuen Say-on-Pay-Regeln zurückzuführen ist oder mit allgemeinen Entwicklungen in der Corporate Governance zu tun hat, ist schwer einzuschätzen." Die Autoren der Studie folgern: "Sinnvoll wirken können die Say-on-Pay-Regeln dort, wo Unternehmen den Zusammenhang von Vergütungsniveau, Vergütungsstruktur und Leistung klar erklären."

Zur Studie

In der neunten Ausgabe der Studie "Executive Compensation & Corporate Governance" analysierte PwC Schweiz die Geschäftsberichte der rund 100 grössten börsenkotierten Schweizer Unternehmen. Die seit 2007 gültigen Transparenzvorschriften erlauben einen direkten Vergleich der Vergütungssysteme der Jahre 2007 bis 2014. Zudem widmet sich die Studie Trends in der Corporate Governance.

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