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Radioaktivität bei Übung gemessen

30.06.2017 18:18 | Von: VBS/Bundesamt für Bevölkerungsschutz/NAZ

Gleich zwei internationale Übungen mit Beteiligung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz fanden in der letzten Juniwoche statt. Während in der Ostschweiz mit Helikoptern aus verschiedenen Ländern Radioaktivität gemessen wurde, trainierten Führungsorgane und Einsatzkräfte im Grenzgebiet zu Deutschland die Bewältigung eines Orkans und einer Tierseuche.


Seit Montag, 26. Juni flogen Messhelikopter aus Deutschland, Frankreich, Tschechien und der Schweiz von Dübendorf aus zu verschiedenen Messmissionen in der Ost- und Zentralschweiz. Die Helikopter sind alle mit Aeroradiometrie-Messausrüstungen bestückt, welche beim Überfliegen die Messung der Radioaktivität am Boden erlauben.

Die Helikopter können im Vergleich zu bodengestützten Systemen grosse Gebiete sehr rasch ausmessen. Sie kommen zum Einsatz, wenn grossflächige Radioaktivitätsablagerungen ausgemessen werden müssen oder eine radioaktive Quelle in einem grossen Gebiet aufgespürt werden muss. Gemeinsame Übungen ermöglichen einerseits den Erfahrungsaustausch, andererseits stellen sie sicher, dass die Messkapazitäten aller beteiligten Länder im Bedarfsfall rasch gemeinsam eingesetzt werden könnten.

7 Prozent der Schweiz in einem Tag ausgemessen

Kernstück der internationalen Übung, welche vom Geschäftsbereich Nationale Alarmzentrale organisiert wurde, war die Übungsaufgabe vom Dienstag: Die Teams mussten gemeinsam ein Gebiet von rund 2‘900 km2 im Raum Rüti-Frauenfeld-Kreuzlingen-St. Gallen ausmessen und zwei darin versteckte radioaktive Quellen aufspüren. Die sechs Helikopter meisterten die Aufgabe in der vorgegebenen Zeit eines einzigen Flugtages und produzierten eine Radioaktivitätsmesskarte von knapp 7 Prozent der Fläche der Schweiz.

Kombiniertes Orkan- und Tierseuchenszenario

Am Donnerstag, 29. Juni startete im Bodenseeraum die internationale Stabsrahmenübung AIOLOS. Die Schweizer Kantone Schaffhausen und Thurgau, die deutschen Landkreise Konstanz und Schwarzwald-Baar-Kreis, das Regierungspräsidium Freiburg im Breisgau, der deutsche Zoll und das Schweizer Grenzwachtkorps probten dabei die Bewältigung eines grenzüberschreitenden Orkans. In der Schweiz wurde zusätzlich die Bewältigung einer hochansteckenden Tierseuche geübt. Rund 200 Bevölkerungsschützer aus beiden Staaten beteiligten sich an der Übung.

Seit mehreren Monaten hat das BABS mit den deutschen und Schweizer Behörden der Grenzregion eine entsprechende Übungssequenz konzipiert und organisiert. Vorbereitet wurde die Übung unter anderem mit einer Fachkonferenz in Kreuzlingen am 19. Januar 2017. Die Auswertung der Übung wird im Oktober 2017 abgeschlossen.

Artikelfoto: Alertswiss 

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