Riff in Belize weiter gefährdet

27.06.2017 18:56 | Von: WWF

Die Regierung von Belize hat die versprochenen Schutzmassnahmen für das UNESCO-Kulturerbe und akut bedrohte Barrier Riff bisher nicht vollzogen. So bleibt das grösste Riff in der westlichen Hemisphäre durch Offshore-Ölbohrungen, Küstenbebauungen und Wasserverschmutzung weiter gefährdet.


Der WWF beurteilt knapp eine Woche vor der 41. Session des UNESCO-Welterbekomitees in Krakau die bisherigen Schutzmassnahmen der Regierung von Belize als ungenügend. Die Regierung hatte sich 2015 gegenüber der UNESCO verpflichtet, die notwendigen Massnahmen zur Gewährleistung des Schutzes des Riffs bis im Dezember 2016 durchzuführen.

Der WWF ist äusserst besorgt über den mangelnden Fortschritt in der Gesetzgebung zum Verbot von Offshore-Ölbohrungen und -Produktion innerhalb des Belize Barrier Reef-Weltkulturerbes und seiner Pufferzonen. Ebenfalls als mangelhaft definiert der WWF die Gesetzgebung zum Verkauf von öffentlichen Grundstücken im geschützten Gebiet.

Bevölkerung vom Riff abhängig

Die Lebensgrundlage der Hälfte der Belizer Bevölkerung (190'000 Menschen) hängt vom Tourismus und der Fischerei und somit von einem intakten Riff ab. Der jährliche wirtschaftliche Beitrag aus diesen Sektoren sowie aus der wissenschaftlichen Forschung wird auf 15 Prozent des Bruttoinlandprodukts von Belize (BIP) geschätzt.

Der WWF fordert die Regierung auf, nun endlich auf die Anliegen der Bewohner von Belize einzugehen und auf die 400'000 Personen zu hören, die kürzlich eine Petition zum besseren Schutz des Riffs unterzeichneten. Mindestens 1'400 Tier- und Pflanzenarten leben in einer einzigartigen Umgebung von Atollen, Sandinseln, Mangroven, Lagunen und Flussmündungen im Belize Barrier Riff. Der Wert des Riffs ist seit 1996 von der UNESCO anerkannt und seit 2009 steht das Riff als Kulturwelterbe auf der Liste des bedrohten Welterbes.

"Stattdessen bleibt dieses bemerkenswerte Ökosystem - lebenswichtig für die Tierwelt und die Wirtschaft - bedroht. Wir fordern die Regierung von Belize zum sofortigen Handeln auf, um das Riff für künftige Generationen zu schützen", sagt Nadia Bood, Riff-Wissenschaftlerin des WWF in Belize.

Artikelfoto: Antonio Busiello/WWF

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