Schweizer Top-Stars im Olympia Check

08.02.2018 11:38 | Von: asp

Die Olympischen Spiele 2018 in Südkorea stehen vor der Tür, Wettkämpfe auf höchstem internationalen Niveau erwarten uns. Gastgeber in diesem Jahr ist die Stadt Pyeongchang. Im Olympiastadion von Pyeongchang finden dementsprechend dann auch die meisten Wettbewerbe sowie die Eröffnungs- und Abschlusszeremonie statt. Weitere Austragungsorte sind Jeongseon sowie Gangneung an der Ostküste Südkoreas. Über 3000 Athleten kämpfen vom 9. bis 25. Februar in mehr als 15 unterschiedlichen Disziplinen im Schnee und auf Eis um Bronze, Silber und Gold. Neben zahlreichen spannenden Wettkämpfen internationaler Athleten beim Skispringen, Ski Freestyle, Biathlon oder dem spektakulären Snowboarden wollen wir unseren Fokus auf unsere Eishockey Olympia Auswahl der Herren legen und betrachten Form, Chancen, Spieler und Gegner sowie das Turnier als solches.


Einblick in die Olympia Auswahl: Patrick Fischer, der Coach des Schweizer National-Teams, nominierte insgesamt vierzehn Stürmer, acht Verteidiger und drei Torhüter für die Olympia Auswahl bei den XXIII. Olympischen Winterspielen. Nachnominiert wurde Ende Januar überraschend Grégory Hofmann, der Stürmer des HC Lugano, der für den verletzungsbedingten Ausfall von Joël Vermin von Lausanne HC einspringt. Im Tor dürfen wir uns auf jeden Fall gewiss auf Star-Tohüter Leonardo Genoni vom SC Bern, Jonas Hiller vom EHC Biel und Tobias Stephan des EV Zugs freuen. Bei den Verteidigern und im Sturm kann Patrick Fischer mit Romain Loeffel von Genève-Servette HC, Dominik Schlumpf von EV Zug und Ramon Untersander vom SC Bern auf Top Spieler der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft auf eine ebenso starke Truppe zurückgreifen. Spieler wie Andres Ambühl von HC Davos, Simon Moser vom SC Bern oder auch Denis Hollenstein vom EHC Kloten sorgen neben weiteren Top-Stars für Spannung und Tore im Sturm.

Einfach wird es für die Schweizer Olympia Auswahl dieses Jahr definitiv nicht werden, die Hoffnung auf eine Medaille besteht mit einer solch starken Truppe dennoch. Auch wenn eine Schweizer Eishockey Auswahl zuletzt im Jahr 1948 für den Gewinn der Bronze Medaille sorgte, schaffte es die Eishockey Nationalmannschaft um Trainer Patrick Fischer bei der WM 2013 bis ins Finale und belegt aktuell einen starken 7. Platz in der Weltrangliste. Spannung ist garantiert, dennoch bleibt es abzuwarten, ob sich die Schweiz wirklich gegen die aktuellen Favoriten durchsetzen man. Die weltweiten Medien, Experten und der populäre online Buchmacher BetStars sind skeptisch, ob nach zahlreichen Olympischen Spielen ohne Medaille dieses Mal wieder eine errungen werden kann. Wie so oft muss sich also auf dem Eis zeigen, ob die Schweiz zur Turniermannschaft avancieren kann.

Und wie steht es um die Form und Fitness der Schweizer Jungs? Leonardo Genoni ist bereits als die klare Nummer 1 im Tor gesetzt. Es bleibt abzuwarten, ob er alle Spiele bestreitet. Der Kapitän Raphael Diaz vom EV Zug ist definitiv gesetzt, auch wenn er bisher nicht seine allerbeste Saison spielt. Seine spielerische Stärke wird jedoch vor allem im Powerplay ersichtlich. Zudem zählt er zu den produktivsten Verteidigern im gesamter Team. Sein Ziel bei Olympia ist kein geringeres als eine Medaille. Verteidiger Ramon Untersander ist derzeit in der Form seines Lebens, darauf vertraut auch sein Coach - er setzt ganz klar auf solch starken Typen, die einen herausragenden ersten Pass spielen. Darüber hinaus gilt Untersander als derzeit bester Verteidiger beim SC Bern. Im Sturm kann sich der Team Chef auf Andres Ambühl verlassen. Der Junge vom HC Davos hat Turnier-Erfahrung, kämpfte bereits in 18 Titelkämpfen gemeinsam mit der Nationalmannschaft Seite an Seite und scheut auch nicht den Kontakt bzw. die typischen Body-Checks mit gegnerischen Spielern, die wesentlich stämmiger sind.

Werfen wir einen kurzen Blick in den Ablauf des Olympischen Eishockeyturnieres: hier treffen insgesamt 12 Teams aufeinander. Diese treten dabei zunächst in den drei Gruppen (A/B/C) a 4 Teams im Turniermodus "Jeder gegen Jeden" untereinander an. Die drei Gruppenersten und der beste Gruppenzweite kommen ins Viertelfinale. In der Finalrunde werden die Spiele dann im K.O.-System entschieden. Das Schweizer Eishockey Olympia Team befindet sich gemeinsam mit der Nummer 1 der Weltrangliste Kanada sowie Tschechien in Gruppe A.

Schaut man sich die Weltrangliste genauer an, so wird schnell klar, welche Teams zu den Top-Favoriten zählen. Hier finden wir auf den vorderen Rängen Kanada, Russland und Schweden - doch müssen diese Teams auf etliche ihrer Spitzenspieler verzichten. Der Grund liegt ganz einfach darin, dass die NHL, die wohl grösste und wichtigste Eishockey-Liga der Welt, nicht bereit ist über einen ganzen Monat auf ihr Stars zu verzichten. Auch die osteuropäische KHL, die als die zweitwichtigste Eishockey Liga gilt, wird aufgrund des Doping-Skandals wohl auf zahlreiche Athleten verzichten müssen. Dennoch gelten vor allem Kanada und Russland mit jeweils 15 und 12 Medaillen als die grossen Favoriten. Diese Olympischen Winterspiele versprechen aufgrund der grossen internationalen sportlichen und auch politischen Brisanz, dem Fernbleiben einiger NHL und KHL Grössen und einer starken Schweizer Mannschaft zu den spannendsten des letzten Jahrzehnts zu avancieren.

Artikelfoto: Foto by Fanny Schertzer, CC BY 3.0 (Licence)

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