So bleiben Schweizer Töfffahrer sicher

29.04.2014 12:23 |

Obwohl die Zahl der Motorradfahrer unter den Schwerverletzten und Getöteten im Schweizer Strassenverkehr im letzten Jahrzehnt zurückgegangen ist, bleibt das Unfallrisiko der Biker überproportional hoch. Die "bfu" legt nun das Sicherheitsdossier "Motorradverkehr" vor, welches das Unfallgeschehen analysiert und mögliche Präventionsmassnahmen aufzeigt.

In der Schweiz verletzten sich im Durchschnitt der letzten fünf Jahre rund 4'500 Motorradfahrer jährlich, 74 starben. Töfffahrer machen 22 Prozent der Getöteten und 30 Prozent der Schwerverletzten im Strassenverkehr aus. Das Risiko pro gefahrenen Kilometer, schwer zu verunfallen, ist bei Motorradfahrern gegenüber PW-Insassen um den Faktor 30 erhöht. Dies ergibt sich aus der Analyse des Unfallgeschehens im aktualisierten Sicherheitsdossier "Motorradverkehr" der "bfu" – Beratungsstelle für Unfallverhütung.

Im Dossier wird nebst einer Vielzahl anderer Präventionsmassnahmen auf den hohen Sicherheitsgewinn des Antiblockiersystems (ABS) bei Motorrädern hingewiesen. Gemäss Studien können durch ABS tödliche Motorradunfälle um rund 30–40 Prozent reduziert werden. Angesichts dieses enormen Schutzpotentials haben der TCS und die "bfu" eine Aktion durchgeführt, um ABS in der Praxis zu testen, und empfehlen aufgrund der Ergebnisse nachdrücklich, bei einem Kauf eines neuen oder gebrauchten Motorrads ein Modell mit ABS zu wählen.

Ebenfalls von hoher präventiver Bedeutung ist die richtige persönliche Schutzausrüstung der Motorradfahrer. Dazu gehört neben dem Motorradhelm, der in der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben ist, eine Kleidung, die den Motorradfahrer auch unterhalb des Kopfes schützt. Noch verzichten zu viele Motorrad- und vor allem Rollerfahrer auf protektive Kleidung. Um dem entgegenzuwirken, gibt die "bfu" neu einen Flyer mit den wichtigsten Informationen zur richtigen persönlichen Schutzausrüstung für Motorrad- und Rollerfahrer heraus.

Das "bfu"-Sicherheitsdossier zeigt zudem, dass Biker oftmals unschuldig in schwere Zweierkollisionen geraten. Aufgrund ihrer schmalen Silhouette werden sie zu spät erkannt oder gar gänzlich übersehen. Mit einer defensiven und vorausschauenden Fahrweise können die Biker selber viel zur eigenen Sicherheit beitragen. Dies zu vermitteln ist das Ziel der Kampagne "Stayinʼ Alive", welche die Föderation der Motorradfahrer der Schweiz (FMS) gemeinsam mit der "bfu" dieses Jahr lanciert hat. Finanziell unterstützt wird die Kampagne durch den Fonds für Verkehrssicherheit FVS.

Am 1. Mai 2014 wird anlässlich des "Aperitivo del motociclista", das jährlich durch TIMOTO organisiert wird, in der Vallemaggia die Kampagne "Stayin' Alive" auch in der italienischen Schweiz lanciert.

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