Supermarkt: Nicht nur Ware braucht Vielfalt

19.10.2015 07:47 | Von: Pressetext

Belegschaften von Handelsunternehmen sollten Gemeinden abbilden.


Ethnische Vielfalt bei Mitarbeitern gut fürs Geschäft. - kpgolfpro (CC0 Public Domain)

In ethnisch immer breiter gefächerten Gemeinden sollte die Belegschaft von Geschäften diese Vielfalt auch widerspiegeln. Denn eine entsprechende Diversity wirkt sich positiv auf den Absatz aus, so das Ergebnis einer Studie unter Leitung der University of Texas in Dallas (UT Dallas). Die Experten haben dazu mehr als 200 Standorte einer grossen US-Handelskette untersucht. Dort, wo es einen eher homogenen Mitarbeiterstamm gab, war die Sales-Performance schlechter.

Deutlich mehr Leistung möglich

"Wenn Gemeinden vielfältiger werden, können Unternehmen aus einem breiteren Pool schöpfen, aber das heisst nicht, dass Manager Leute anstellen, die anders sind", meint Studienleiter Orlando Richard, Professor an der UT Dallas. Falls Führungskräfte im Handel derart voreingenommen sind, rächt sich das der aktuellen Studie nach. Denn sie hat ergeben, dass Geschäfte mit ethnisch gut durchmischter Belegschaft in Gegenden mit sehr vielfältiger Bevölkerung eine sichtbar überlegene Absatzleistung vorweisen können. Mangelt es bei den Mitarbeitern an Diversity, sind die Verkäufe eher schwach.

Die Studie verbindet zwei gängige gegenläufige Denkschulen. Der einen zufolge ist Vielfalt bei der Belegschaft eher schlecht, da sie Menschen die Identifikation mit dem Gegenüber erschwert, der anderen zufolge jedoch gut, weil sie kreatives Denken fördert. "Wir haben einen Kontext gesucht, in dem Diversity in einer Organisation Kreativität und Problemlösung fördert, sich Mitarbeiter aber auch mit den Kunden identifizieren konnten", so der Management-Experte. Eben das ist im Handel in Gemeinden mit sehr gemischter Bevölkerung der Fall, sodass Mitarbeiter-Diversity hier ein klarer Vorteil ist und zu Bestleistungen führt.

Stereotype schaden Wirtschaft

Für die Studie, die im "Journal of Management" erscheinen wird, hat das Team insbesondere Geschäftsstandorte in kleineren Gemeinden im US-Westen und Mittelwesten untersucht. Den Ergebnissen zufolge sollten Manager wissen, wie das Umfeld - also der potenzielle Kundenstamm - ethnisch zusammengesetzt ist, damit die Belegschaft das widerspiegeln kann. Problematisch ist demnach, wenn Vorurteile dazu führen, dass bestimmte Gruppen bei der Einstellung übergangen werden. "Wenn Unternehmen ihre Belegschaft nicht unbedingt diversifizieren, dann hat das negative Konsequenzen für die Sales-Performance", so Richard.

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