Zug: Verhaftung nach Enkeltrick

13.10.2015 14:32 | Von: Zuger Polizei

Seniorin wurde Opfer eines Enkeltricks und verlor mehrere zehntausend Franken. Die Polizei konnte einen der Täter festnehmen.


Dingfest gemacht. (Symbolbild) - Rubén Diaz (BY-NC-SA-2.0)

Am Mittwoch hat sich ein Enkeltrick ereignet. Eine 71-jährige Frau verlor 40'000 Franken. Ein angeblicher Bekannter gab am Telefon an, für den Kauf eines Hauses, das soeben in Zürich versteigert werde, dringend Geld zu benötigen. Selber komme er derzeit nicht an sein Geld auf dem Bankkonto ran. Die Seniorin begab sich wenig später zu ihrer Bank und übergab das Geld wie vereinbart an den "Bankberater" ihres angeblichen Bekannten. Nachdem der Anrufer sich erneut meldete und weitere 70'000 Franken verlangte, bemerkte die Geschädigte, wurde die Frau misstrauisch und alarmierte die Polizei.

Einen Tag später nahm die Zuger Polizei einen 46-jährigen Polen fest. Dieser gehört einem international agierenden Netzwerk von Betrügern an. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Zug bestrafte den Mann in einem Schnellverfahren rechtskräftig wegen versuchten Betrugs mit einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzen und einer Busse. Zudem musste er die Schweiz verlassen. Das Amt für Migration händigte ihm eine Ausreisekarte aus.

Niemals fremden Personen hohe Geldbeträge geben!

Der Enkeltrick ist eine besonders gemeine Form des Trickbetruges, denn die Betrüger nutzen dabei in schamloser Weise die Gutmütigkeit und Ängste von Senioren aus. Sie schlagen meist mit derselben Masche zu: Die Betrüger rufen Zuhause an und geben sich - meist Hochdeutsch sprechend - als Bekannte oder Verwandte aus. Sie setzen ihre Opfer unter Druck und erzählen, sie benötigten dringend Bargeld für einen Hauskauf oder eine andere Investition.

Die Zuger Polizei ruft insbesondere die jüngeren Generationen dazu auf, alle Senioren im persönlichen Umfeld über den Trick zu informieren. Erklären Sie den älteren Mitmenschen, dass man solche Anrufe sofort beenden und direkt die Polizei via Notruf 117 alarmieren soll. Und das Wichtigste: Niemals fremden Personen Geld geben!

Weitere Ratschläge der Polizei:

  • Seien Sie immer misstrauisch, wenn Sie einen angeblichen Verwandten am Telefon nicht sofort erkennen. Stellen Sie ihm Fragen, die nur echte Familienmitglieder beantworten können.
  • Nennen Sie niemals Namen Ihrer Verwandten am Telefon. Sagen Sie bei angeblichen Notfällen, Sie müssten erst Rücksprache halten, und legen Sie einfach den Hörer auf. Dann wählen Sie eine Ihnen vertraute Nummer Ihrer Familie und überprüfen Sie die Informationen.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte! Wenn Sie einem Verwandten etwas schenken wollen, dann tun Sie das immer persönlich.
  • Geben Sie niemandem Auskünfte über Ihr Vermögen im Haus oder auf der Bank. Legen Sie mit Ihrer Bank Bezugslimiten fest. Beantworten Sie kritische Fragen des Bankper-sonals am Schalter korrekt.
  • Wenn Ihnen ein Anrufer verdächtig vorkommt, informieren Sie die Polizei (Notruf 117).
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